Was bedeutet eigentlich Allergie?

Der warme Winter lässt Allergiker früher leiden

Draußen zwitscherten bereits die Meisen, die Osterglocken sind viel zu früh aus dem Boden gesprossen. Die Natur nahm das Fehlen von Frost, Eis und Schnee nicht ohne Weiteres hin. Sie spielte verrückt! Das heißt, dass die Allergiker früher und länger leiden, denn: Haselnuss und Erle blühen bereits, auch wenn die Temperaturen sich jetzt noch einmal nach unten be­wegt haben. Das stellt auch die Ärzte (Allergologen und Pneumologen) vor besondere, neue Probleme.

Pollen statt Schneeflocken

Grund für den immer früheren Beginn des Pollenfluges sind die mittlerweile häufig auftretenden, ungewöhnlich hohen Temperaturen im Herbst. Das bedeutet, dass die Betroffenen teilweise erheblich länger als früher mit den typischen Symptomen wie Augenjucken, Rötungen, Niesreiz, laufender Nase oder Hautreaktionen zu kämpfen haben. Mittlerweile werden über 13 Millionen Men­schen in Deutschland vom Heuschnupfen heimgesucht.

Allergiesymptome frühzeitig behandeln

Wer an einer Allergie leidet oder die typischen Allergiesymptome der Atemwege wie eine laufende Nase, häufiges Niesen, Jucken und Kratzen im Hals oder Husten an sich bemerkt, sollte daher frühzeitig einen Arzt, am besten einen Lungenfacharzt (Pneumologen), aufsuchen. Der kann durch einen Test erken­nen, auf welche Stoffe man allergisch reagiert und die nötige Therapie ein­leiten. Eine sogenannte Hyposensibilisierung kann die Allergie “entwaffnen”. Das Risiko des Fort­schrei­tens der Krankheit wird so um 45 % gesenkt.

Was man selbst tun kann, um die Allergie in den Griff zu bekommen

Jahr für Jahr nimmt die Zahl der Allergiegeplagten in Deutschland zu. Mittlerweile leiden über 13 Millionen an einer mehr oder minder schweren Allergie, bereits eins von vier Kindern zeigt allergische Reaktionen. Und auch die “Leidenszeit” wird immer länger. Schon im Januar fliegen die ersten Pollen von Haselnuss und Erle durch die Lüfte. Fast unmöglich, diese Saison als Allergiker ohne Medikamente zu überstehen. Und doch kann man mit einigen einfachen Tipps selbst zum Manager der Krankheit werden und so die Einnahme von Medikamenten ver­ringern.

Symptome ernst nehmen!

Häufiger Schnupfen oder Atemlosigkeit bei leichten sportlichen Aktivitäten können erste An­zeichen für eine Allergie sein. Gerade bei Kindern ist es wichtig, diese Anzeichen ernst zu nehmen und umgehend von einem Pneumologen (Lungenfacharzt) überprüfen zu lassen. Denn ein unbehandelter Heuschnupfen kann sich bis zum Asthma bronchiale entwickeln.

Auch drinnen durchatmen!

In geschlossenen Räumen lauern viele Allergieauslöser. Besonders bei einer Hausstaubmil­benallergie sollten Milben schnellstens beseitigt werden. Diese nisten sich bevorzugt in Ma­tratzen und haarigen Gegenständen, z. B. Teddybären, ein und können einen allergischen Schnupfen und tränende Augen hervorrufen. Matratzen sollten mit einem milbendichten Überzug eingehüllt und das Bettzeug täglich gelüftet werden. Stofftiere und Kuscheldecken regelmäßig im Tiefkühlschrank einen Tag lang einfrieren. Das tötet die Milben ab.

Allergierisiken minimieren!

Allergiker, die selbst nur leichte Symptome aufweisen, sollten auf die Anschaffung eines Haustieres verzichten. Katzen gehören neben Ratten und Meerschweinchen zu den aggressiv­sten Tierallergenen überhaupt. Katzenallergene sind somit eine zusätzliche Belastung für den Allergiker.

Pollen ade!

Wichtig ist eine penible Verbannung der Pollen aus den Zimmern. Dazu gehört das richtige Lüften, häufiges feuchtes Wischen und das abendliche Auswaschen der Haare. Auch der Ver­zicht auf das Rasenmähen und ein Pollenfilter für das Auto erleichtern das Allergikerdasein enorm.

Keine Qual durch die richtige Urlaubswahl!

Für Allergiker ist längst nicht jedes Urlaubsziel geeignet. Gemeinsam mit dem Arzt sollte der Urlaub sorgfältig geplant werden. Vorzüge von Meeresluft und einem Urlaub im Hochgebirge sowie die unterschiedlichen Blühzeiten in den verschiedenen Regionen erfordern eine gute Organisation.

Rauchverbot in der Schwangerschaft!

Schon im Mutterleib übt sich, was ein Allergiker werden will. Durch Zigarettenrauch wird die Lungenentwicklung des Ungeborenen geschädigt und das Krebsrisiko deutlich gesteigert. Au­ßerdem besteht die Gefahr einer Fehlgeburt und einer Häufung von Geburtskomplikationen. Auch nach der Geburt sollte darauf geachtet werden, dass das Kind keinem Rauch ausgesetzt wird.

Stillzeit über sechs Monate!

Neugeborene haben noch kein stabiles Immunsystem, um Krankheiten abzuwehren. Mutter­milch schützt das Baby vor dem Eindringen von Krankheitserregern und Allergenen durch spezielle Antikörper. Eine Stillzeit über sechs Monate bietet dem Baby einen optimalen Aller­gieschutz.

Wenn die allergischen Beschwerden sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen verstärken, sollten Sie einen Pneumologen (Lungenfacharzt) zu Rate ziehen. Denn bei einem unbehandelten Heuschnupfen besteht die Gefahr, dass dieser sich bis zum Asthma entwickelt. Der Pneumo­loge kann mit Ihnen die Möglichkeiten einer medikamentösen Behandlung und einer spezifi­schen Immunotherapie (Hyposensibilisierung oder Allergieimpfung) besprechen.